Profil 21: Berufs- und Wirtschaftsschule sind Vorreiter

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Die Stiftung Bildungspakt Bayern wird heute zehn Jahre alt. Seit ihrer Gründung hat die Kooperation zwischen Kultusministerium und Wirtschaft 194 Projekte unterstützt. Schwerpunktbereiche sind die frühe Förderung der Kinder, die Kompetenz- und Persönlichkeitsentwicklung der Schüler, die Stärkung der Eigenverantwortung der Schulen und die Etablierung moderner Führungsstrukturen an Bayerns Schulen.

Im Landkreis Kitzingen sind die Friedrich-Bernbeck-Schule und die Berufsschule Kitzingen-Ochsenfurt beteiligt. Sie sind im vergangenen Jahr in das Berufsschulprojekt Profil 21 nachgerückt. Nun, ein knappes Jahr später, hat Schulleiter Bruno Buchen ein erstes Fazit gezogen. An seinen beiden Schulen werden derzeit drei Pilotprojekte getestet. Eines davon ist die intensivere Betreuung der Schulabgänger an der Wirtschaftsschule, das sogenannte Stufenkonzept zur Berufsausbildung, das von Bettina Holzberger betreut wird. Dabei vermeldet Buchen schon erste Erfolge: Von den 109 Schulabgängern mit erfolgreichem Abschluss sind heute nur noch neun unversorgt. „Am Schuljahresende waren es noch 26. Teil des Projektes sind Bewerbungstrainings von Experten aus der Wirtschaft. Zudem kümmerte sich Holzberger auch in den Ferien um die unversorgten Schüler und konnte für einige von ihnen eine Lösung finden.

Das zweite Projekt, das der Schulleiter mit seinen Lehrern und Schülern testet, ist Türkisch-Unterricht. Dieser wird von Andrea Lobig betreut und von der externen Lehrkraft Gülhan Teske durchgeführt. Er steht allen Kitzinger Schülern offen. In den Gruppen gibt es sowohl Jugendliche mit türkischer Herkunft als auch Deutsche. Buchen findet das Projekt vor allem in puncto Integration wichtig. Doch auch beruflich könne die zusätzliche  Fremdsprache seiner Meinung nach viel bringen. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist die geplante Abschlussprüfung mit Zertifikat, die ab diesen Schuljahr durchgeführt werden soll. Zeigt sich, dass Schüler mit Türkisch-Kenntnissen mehr Erfolg auf dem Arbeitsmarkt haben, glaubt der Schulleiter auch an mehr Zuspruch bei den Jugendlichen. Derzeit sind die beiden Gruppen noch recht schwach besetzt.

Beim dritten Projekt arbeiten die Schüler mit Projektleiterin Simone Berger daran, ihre Unterbringung zu optimieren – für Blockschüler, denen eine tägliche Heimfahrt nicht zugemutet werden kann, zahlt der Staat die Unterkunft. „Dabei war es uns wichtig, mögliche negative Effekte auszuschalten und in positive zu überführen“, erklärt Buchen. Dazu haben die Schüler mit den Herbergs-Besitzern eine gemeinsame Hausordnung erarbeitet. Über sie wird demnächst abgestimmt. Außerdem konnten die Jugendliche die Ferienwohnung, die sie bewohnen, auch ein wenig nach ihrem Geschmack einrichten. Freizeitangebote runden dieses Projekt ab.

Neben der Wirtschaftsschule haben bayernweit viele weitere Schulen Projekte ausprobiert. Erste Erfolge sind auch schon in der Schulordnung festgehalten worden. So kann beispielsweise der Schulleiter seit diesem Schuljahr den Abteilungsleitern mehr Kompetenzen geben.

Die Kitzinger

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